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Sohlbachs Beitrag zur 750-Jahr Feier der Gemeinde Netphen

In der Festschrift der Gemeinde Netphen zur 750-Jahr Feier 1989 findet man unter anderem einen Hinweis auf die Reste der sog. Graf-Gerlach-Burg , die als Turmburg wahrscheinlich schon über 800Jahren nordöstlich von Sohlbach errichtet wurde. Auch in der vorliegenden Sohlbacher Chronik wurde sich im geschichtlichen Überblick bereits näher mit dieser Burg beschäftigt. Bis heute sind jedoch das Alter und die Erbauer der Burg unbekannt, ihre Bedeutung und ihr eigentlicher Zweck geben immer noch Rätsel auf.

 Das motivierte die Sohlbacher, diesen Teil der Geschichte ihres Ortes im Jubiläumsjahr lebendig werden zu lassen. Lange vor den Jubiläumsfeierlichkeiten kamen die Männer in ihrer Freizeit auf dem Platz um das Schützenhaus zusammen, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

Es wurde geplant und gemessen, gesägt, gehämmert, ausprobiert und wieder verworfen, gestrichen, geschraubt und vor allem viel gelacht. Die “Baustelle“ vor dem Schützenhaus wurde in diesen Wochen Anziehungspunkt vor allem für die Kinder des Dorfes.

Nicht selten wurde die gemeinsame Arbeit gegen Abend mit einem zünftigen Grillfeuer beendet.

Unterdessen entwarfen und schneiderten einige Frauen mittelalterliche Kostüme, eine zum dichten talentierte Sohlbacherin reimte entsprechend Liedverse – kurzum, die Sohlbacher waren alle zumindest gedanklich eingestimmt auf das große Ereignis.
Als am Vorabend des Festzuges alle Aufbauten befestigt, und alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, hatten die Sohlbacher in wochenlanger Gemeinschaftsarbeit von Alt und Jung einen prächtigen Festwagen gestaltet, der im großen Festzug durch Netphen am 18.Juni 1989 wohl einer der originellsten Wagen war.

 In der Mitte des Wagens stand die Phantastische – Nachbildung des Burgturms mit der Aufschrift “Graf-Gerlachsburg“ auf der Mauerkrone. Aus der über 3m hohen Turmöffnung reckte sich per Seilzug der “Geist“ jenes Raubritters, der im 13. Jahrhundert in der Burg gehaust haben soll. Die an den Turmzinnen befestigten Fahnen trugen die Aufschrift “Schützenverein früher und heute“ und teilten das Geschehen auf dem Festwagen in lebendige Geschichte der Vergangenheit und Gegenwart.
Auf dem vorderen Wagenteil tummelten sich Burgfräulein mit Spitzhaube und verwegen gekleidete Raubritter. Mit einer original nachempfundenen Steinschleuder katapultierten sie während des Umzuges Bonbons und Bälle in die begeisterten Zuschauer am Straßenrand.
Im hinteren Wagenteil ging es nicht weniger lebhaft zu. Dort saßen in froher Runde Mitglieder des Schützenvereins und mimten das alljährliche Schießen um die Ehre des Schützenkönigs. Unermüdlich sangen sie zur Musik des Schifferklaviers die Liedverse der alten Gerlachsburg und des schönen Sohlbachtales.

Auf einem Handkarren zogen 3.Burschen ein Faß Wein mir der Bezeichnung “OS Wing“. Der eigens für diesen Tag abgefüllte Wein diente nicht nur als Nachschub für die fröhliche Schützenrunde, sondern wurde auch vom Weingott Bacchus und seinem römischen Gefolge unter den Zuschauern verteilt.
An der Spitze des Zuges prangen das von Alois Nies gestaltete Wappen des “ Freistaates Sohlbach “, das die Festbesucher an eine weitere Aktion der Sohlbacher im Jubiläumsjahr erinnerte

 

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